Die Affen werden im "Amarillo Wildlife Refuge" in Texas untergebracht, wenn sie für die Dreharbeiten zu alt sind.
Schon seit Jahren kritisieren Tierschützer und Wissenschaftler den Umgang mit den Affen. Nun scheint der Sender endlich reagiert zu haben.
Die beliebte ZDF-Familienserie “Unser Charly” läuft mittlerweile in der 15. Staffel. Von Anfang an gingen Tierschützer gegen die Sendung auf die Barrikaden und kritisierten den Einsatz von dressierten Affen in der TV-Unterhaltung. Nun bekamen sie auch von Wissenschaftlern Rückendeckung.
Mittlerweile hat das ZDF auf den großen öffentlichen Druck reagiert und will nach Informationen der “Welt” keine neuen Folgen von “Unser Charly” produzieren.
Um Affen für den Dreh von TV-Serien verwenden zu können, muss man die Tiere schon als Babys von ihren Müttern trennen. Nur sehr junge Schimpansen können für die Dressur eingesetzt werden, da sie spätestens in der Pubertät aggressiv und unberechenbar werden und man dann nicht mehr mit ihnen arbeiten kann. Dementsprechend hat “Unser Charly” einen sehr hohen Verschleiß an jungen Schimpansen.
Mindestens elf junge Schimpansen hat das ZDF laut Carsten Niemitz, Professor für Humanbiologie an der Freien Universität Berlin, für “Unser Charly” verschlissen.
Und was passiert mit den Tieren, die für den Einsatz vor der Kamera zu alt geworden sind? Wie Niemitz herausgefunden hat, schickt die Tiertrainer-Firma “Working Wildlife”, die dem ZDF immer wieder neuen "Charlies" liefert, die Affen-Frührentner in ein schlecht geführtes Tier-Asyl im US-Bundesstatt Texas.
In dem “Amarillo Wildlife Refuge” würden die ehemaligen TV-Stars dann den Rest ihres noch langen Schimpansen-Lebens in Einzelkäfigen verbringen, da man von Menschen aufgezogenen Schimpansen nicht mit Artgenossen zusammen halten kann.
Laut “Welt“, hat das Amarillo-Asyl pikanterweise schon seit 2008 keine Lizenz mehr zum Halten von Wildtieren. Weder das ZDF noch die Produktionsfima von “Unser Charly” haben nach Informationen der Zeitung je das Asyl besichtigt.
Tina Ziegler, Sprecherin der Firma “Phoenix Film”, die “Unser Charly” im Auftrag des ZDF produziert, räumt ein, dass an den Vorwürfen gegen Amarillo etwas dran sein. Darum habe “Working Wildlife” mittlerweile auch einen eigenen “Naturpark“ in Kalifornien eingerichtet, in dem die Film-Schimpansen artgerecht gehalten werden könnten. Bildmaterial von der Anlage in Kalifornien gebe es aber nicht, und besichtigt habe sie den Park auch noch nie, sagt Ziegler in der “Welt” weiter.
Niemitz und die Tierschützer stehen mit ihrer Meinung nicht alleine da. Sogar professionelle Tiertrainer lehnen es heutzutage ab, Schimpansen zu trainieren, eben weil man die Babys viel zu früh von ihrem Müttern trennen müsse und man die Tiere später nie wieder mir Artgenossen zusammen halten könne. “Ich würde keine Schimpansen ausbilden“, sagt Tiertrainerin Tatjana Zimek gegenüber der Zeitung. “Für kein Geld der Welt.“
Wie es scheint, hat auch das ZDF mittlerweile eingesehen, dass die Ausbeutung von Tieren in der heutigen Zeit keine Unterhaltung mehr ist, und man damit erst recht kein Geld verdienen sollte. Die 16.Staffel "Unser Charly" wird im Herbst ausgestrahlt. Danach wird es keine neuen Folgen mehr geben.