Passend zum heutigen Deutschland-Spiel: Bier in Schwarz-Rot-Gold.
Ein Muss für jeden Fußball-Fan: Ein neues Bier in den Nationalfarben könnte den Markt erobern.
Es gibt Fahnen fürs Auto, Schminke fürs Gesicht, und sogar jede Menge Snacks und Leckereien in den Farben Schwarz – Rot – Gold. die Für den echten Fan gehören diese Gimmicks einfach dazu, wenn die deutsche Mannschaft bei der WM in Südafrika ihr Bestes gibt. Und seit Neuestem gibt es einen weiteren Fan-Artikel der besonderen Art. Er sticht aus der Masse heraus und würde beim gepflegten Fußball-Gucken mit den Kumpels garantiert ordentlich Eindruck machen: Ein gezapftes Bier in den Deutschland-Farben.
Auf die pfiffige Idee kam nicht etwa die Marketing-Abteilung einer großen deutschen Brauerei, sondern die “Schwalenberger Brauzunft”, eine kleine, gemeinnützige Vereinigung aus Hobby-Brauern aus Ostwestfalen. Und der Anlass war - man will es kaum glauben - reiner Zufall. Traditionell braut man in Schwalenberg schon das “Brauzunft Hell“ und das “Brauzunft Dunkel“, ein helles und ein dunkles Bier. Als bei einer Veranstaltung dann die beiden Biere zusammen in ein Glas gezapft wurden, trennten sich die Schichten wieder. Die Idee zum Deutschland-Bier war geboren.
Schwarz und Gold hatte man also schon einmal - fehlte nur noch das Rot. Und das erwies sich nach Aussage der Hobby-Brauer als am schwierigsten, da man erst die passende Malz-Mischung finden musste, die dem Bier eine rötliche Färbung gibt. Seit Februar 2009 werkelten die Brauzunftler an der passenden Zusammensetzung.
Aus zehn verschiedene Malzsorten, drei Hopfensorten und Hefe brauten die Schwalenberger die drei verschiedenen Biere, aus denen dann das Deutschland-Bier entstand. Dass sich die drei Bier-Sorten im Glas nicht einfach zu einer undefinierbaren Farbe vermischen, liegt an der unterschiedlichen Dichte der Bier-Sorten. Das helle Bier hat die größte Dichte, ist also am “schwersten” und sammelt sich am Boden des Glases. Das rötliche Bier hat eine mittlere, und das schwarze obere Bier eine geringe Dichte, ist also am leichtesten.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es bei aller Fan-Freude über das Deutschland-Bier dann aber doch: Es ist nicht im Handel erhältlich. Die drei Biersorten müssen aus drei Zapfhähnen von Hand in ein Glas gezapft werden. Und da die “Schwalenberger Brauzunft” ein gemeinnütziger Verein ist, darf sie nur einen geringen Gewinn mit ihren Produkten machen - im Getränkemarkt wird man das Bier also vermutlich so bald nicht finden. Aber auf Veranstaltungen und Vereinsfeiern wurde es schon ausgeschenkt und erfreute sich großer Beliebtheit.
Und die Tüftler der Brauzunft arbeiten auch schon fleißig an einer neuen Erfindung: Einem Zapfhahn, aus dem alle drei Biersorten in einem Vorgang eingeschenkt werden können.